Kuba » ReiseberichteUrlaubsparadies Kuba - Kaum Änderungen nach Castros Rückzug Touristen am Strand von Varadero auf Kuba: Auch nach Fidel Castros Rückzug erwarten die Reiseveranstalter vorerst keine große Änderungen. (Bild: dpa) Von Rochus Görgen, dpa Frankfurt/Main (dpa) - Weiße Karibikstrände, viele Spitzenhotels und ein umfangreiches Kulturangebot: Kuba ist seit Jahren für viele Deutsche ein Traumziel. Mit dem Rückzug von Fidel Castro und einer Öffnung des Landes könnte das Urlaubsparadies neuen Aufwind erhalten.
Doch derzeit erwarten viele Reiseveranstalter in Deutschland keine große Änderungen - schließlich spielt die Politik für viele Urlauber keine Rolle und Kuba gilt als sicheres Land. Erst wenn die USA ihren Kuba-Boykott aufgeben würden, könnte das den Kuba-Tourismus deutlich verändern.
Europas zweitgrößter Tourismuskonzern Thomas Cook geht davon aus, dass sich durch den Rückzug Castros zunächst nichts ändert. «Auf Kuba ist ja schon seit mehr als einem Jahr das Tagesgeschäft ohne ihn gelaufen», sagt Sprecher Matthias Brandes. «Es hat sich vor Ort überhaupt nichts geändert. » Die politische Lage würden Touristen nur an heruntergekommenen Zuständen im Landesinneren oder auch in Havanna spüren. «Das ist wie eine Zeitreise. In den Touristengebieten ist dagegen alles 1A», sagt Brandes, der selbst vor einigen Jahren im Urlaub auf Kuba war. Thomas Cook hat jedes Jahr mehr als 30 000 deutsche Gäste auf der Karibikinsel.
Marktführer TUI, der jedes Jahr mehr als 50 000 Gäste aus Deutschland nach Kuba bringt, sieht keine Verbindung zwischen der politischen und touristischen Entwicklung. Die Zusammenarbeit mit den kubanischen Partnern sei sehr gut, sagt Sprecherin Alexa Hüner. TUI hat über Partner auch selbst Hotels auf Kuba. «Ich habe noch nie eine Anfrage zu politischen Fragen bekommen», berichtet die Produktleiterin von Maier's Weltreisen, Martina Beeken. Kuba-Reisende wüssten bereits, was sie erwartet. Außerdem sei Kuba mit seiner geringen Kriminalitätsrate ein sehr sicheres Land. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage stetig gestiegen. Mehr als 10 000 Gäste zählt Maier's Weltreisen jedes Jahr für Kuba, rund 40 Prozent der Urlauber würden neben dem Strandurlaub eine Rundreise buchen.
«Die Weichen in Kuba wurde organisatorisch schon vor eineinhalb Jahren neu gestellt», meint auch der Gebietsleiter für Kuba des kleinen Studienreiseanbieters Studiosus, Ulrich Rosenbaum. Auswirkungen auf die Nachfrage habe das aber nicht. «Wenn sich mal was ändern würde in Richtung Öffnung oder größere Freiheit, dann eher wie in China Schritt für Schritt. » Studiosus zählt im Jahr etwa 600 Touristen, die in Kuba vor allem durchs Land reisen.
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