Italien » ReiseberichteVenedigs Gondelbauer kämpfen um ihren Platz Noch immer gleiten 425 Gondeln über den Canal Grande und die kleinen Wassergassen. (Bild: Fototeca Enit/Vito Arcomano/dpa/tmn) Von Peter Mayer, dpa Venedig (dpa/tmn) - Venedigs Meistern der Axt steht das Wasser bis zum Hals. Die Gondelbauer finden kaum noch Platz für ihre Werften, Hotels und Restaurants für die Touristen fressen den knappen Raum. Aber noch gibt es ein paar Werften, die das alte Kunsthandwerk pflegen.
Der «Squero di San Trovaso» sieht nicht aus, als gehöre er nach Venedig. Die Holzhütte würde besser in die Alpen passen. Und doch wird hier, an einem Kanal des Viertels Dorsoduro, eine der traditionellsten Handwerkskünste der Lagunenstadt betrieben: das Fertigen der Gondeln.
Die Form des «Squero» zeugt von seinen Ursprüngen im 17. Jahrhundert. Damals kamen sowohl das Holz als auch die Zimmerleute aus der Region Cadore in den Dolomiten. «Squero» kommt vom Wort «Squara», das im Venezianischen Dialekt Team bedeutet - zum Beispiel eine Mannschaft von Bootsbauern.
 Eine der letzten ihrer Art: Die Werft «Squero di San Trovaso» stammt aus dem frühen 17. Jahrhundert. (Bild: Mayer/dpa/tmn) Heute würdigt der italienische Staat San Trovaso als historisch bedeutendes Gebäude, Touristen können Besichtigungen vereinbaren. Es ist die berühmteste der Handvoll von kleinen Werften, die es in Venedig noch gibt.
«Venedig muss diese Situation ändern, wenn die Stadt ernsthaft ihr Kulturerbe schützen will», sagt Christian Dordit. Mit 27 Jahren ist er der jüngste ausgebildete «Maestro d'Ascia», ein Meister der Axt, wie die Gondelbauer genannt werden. «Das Hauptproblem ist, dass es nicht genügend Platz gibt, damit Leute ihr Handwerk ausüben und ein Geschäft betreiben können», klagt Dordit.
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