Ukraine » ReiseberichteSchampanskoje und Toskana-Feeling: Ein Krim-Besuch Korinthische Säulen und orthodoxe Basilika: Die größte Krimbucht Chersones . (Bild: Alexei Pavlishak/dpa/tmn) Von Chris Melzer, dpa Sewastopol (dpa/tmn) - Die Hügel sind goldgelb vom sonnenverbrannten Gras, die hell gestrichenen Häuser sollen der Hitze trotzen, und abseits der Pappelalleen ragen Zypressen in den Himmel.
Es sieht aus wie in der Toskana - wenn da nur nicht immer wieder Lenin-Büsten und rote Sterne auftauchen würden. Denn was auf den ersten Blick an die italienische Region erinnert, ist tatsächlich die Krim. Wer in seinem Urlaub nicht primär Dolce Vita, sondern vor allem Geschichte und Geschichten sucht, für den ist die ukrainische Halbinsel im Schwarzen Meer genau das Richtige.
Die bergige Kalkstein-Landschaft mit den kleinen Krimeichen fällt schon vom Flugzeug aus auf. Im porösen Stein gibt es Dutzende, wenn nicht Hunderte Höhlen. «Hier haben schon vor 300 000 Jahren Menschen gesiedelt», sagt Dimitri Udodow, der auf der Insel als Fremdenführer arbeitet. «Im Krieg lagen hier dann erst die russischen und dann die deutschen Soldaten. Jede Höhle war ein Schlachtfeld.»
 Ort der Trauer: Auf dem deutschen Soldatenfriedhof Gontscharnoje sind mehr als 20 000 Menschen bestattet. (Bild: Chris Melzer/dpa/tmn) Dass die Ukraine ein Dreiviertel-Jahrhundert lang zur Sowjetunion gehörte, ist auch heute noch unübersehbar. Lenin ist in Sewastopol, der mit 380 000 Einwohnern größten Stadt der Krim, allgegenwärtig. Hammer und Sichel prangen dutzendfach in der Innenstadt.
Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird unter anderem mit Kulturgeschichte belohnt - zum Beispiel in Chersones. Dort ließ sich im Jahr 988 Zar Wladimir taufen und öffnete Russland so dem Christentum. Neben den Ruinen der Taufkirche steht heute eine prachtvolle Basilika. Korinthische Säulen und andere Gemäuer zeugen davon, dass in der größten der 38 Krimbuchten schon vor fast zweieinhalb Jahrtausenden Menschen siedelten.
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