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Großbritannien » Reiseberichte

«Routemaster» in London kehren zurück

Von Julia Häglsperger, dpa

London (dpa) - Noch zehn Originale der alten «Routemaster»-Doppeldecker gondeln durch London. Nach einer Fahrt ist klar: Nicht nur die Passagiere sind begeistert, auch das Personal liebt das rote Traditionsgefährt. Bald soll eine neue Generation zum Einsatz kommen.


Es ist kalt an diesem Vormittag in London. Der Wind bläst eisig durch den Bus. Den Fahrgästen scheint das jedoch nichts auszumachen. Sie sitzen schließlich in uriger Atmosphäre. Ein original «Routemaster»-Doppeldecker kutschiert sie durch die britische Metropole.


Die alten Busse sind fahrende Nostalgie. Die Sitzpolster sind rot-gelb-grün kariert. Über eine schmale Wendeltreppe gelangen Fahrgäste zu den oberen Sitzreihen. Das bekannteste Detail der traditionellen Fahrzeuge ist aber die offene Plattform am Heck. Sie ermöglicht es Passagieren, während der Fahrt auf- und abzuspringen ohne auf den nächsten Halt zu warten.


Außerdem gehört zu jedem «Routemaster» traditionell ein Schaffner, der die Fahrkarten kontrolliert. Auf der Linie 15 ist das an diesem Tag der 20-jährige Rory Bryson-Clark. Gerade kündigt er laut an: «Die nächste Station ist 'Monument'!». Denn Lautsprecher oder einen Monitor gibt es in den Bussen freilich nicht.


An den Endstationen muss der junge Mann zudem per Hand die Außenanzeige wechseln, damit Passagiere erkennen können, wohin der Bus fährt. «Das ist schon ein wenig prähistorisch», sagt er, «aber das ist es wert».


Für Einheimische wie Touristen gehört das Großstadtvehikel genauso zu London wie die roten Telefonzellen, der Buckingham Palast oder «Baked Beans». Der Widerstand war groß, als die Busse 2005 nach 51 Jahren im Dienst aus dem Verkehr gezogen wurden. So groß, dass das Ganze zum Thema im Bürgermeister-Wahlkampf wurde, und nun bald eine zum Einsatz kommt.


Eine Plattform am Heck soll wieder «Hop on and off»-Service bieten. Allerdings gibt es eine Tür, die bei schnellerer Fahrt außerhalb des Stadtzentrums genügend Sicherheit bietet. Ein weiterer Einstieg mit ausfahrbarer Rampe gewährt behindertengerechten Zugang. Erste Prototypen sollen noch dieses Jahr im Verkehr getestet werden. Ob Nostalgiker jedoch wirklich auf ihre Kosten kommen, ist fraglich. Der neue «Routemaster» mutet mit den fließenden Linien eher futuristisch an als wie aus der Vergangenheit.


Momentan sind noch zehn der ursprünglichen «Routemaster» im Einsatz. Auf zwei sogenannten Heritage-Routen (Linien 9 und 15) wechseln sie sich mit modernen Bussen ab. Hartgesottene Retro-Fans kostet das schon mal ein paar Minuten. «Ein älterer Herr lässt alle neuen Busse vorbeifahren und wartet auf den "Routemaster"», erzählt Bryson-Clark.


Doch auch Legenden kommen in die Jahre. Dass die Altertümer nicht mehr so zuverlässig sind, zeigt die kleine Verspätung, mit der der Bus heute seine Route fährt. Beim Start versagt die Batterie. Fahrer Antonio Martin Ruiz hangelt sich deshalb noch einmal aus seiner winzigen Kabine. «Da heißt es eben abwarten», sagt er gleichmütig und erklärt derweil seine Instrumente. «Das ist der 'Deppen-Alarm'», sagt er grinsend und zeigt auf einen Knopf. Wenn es im Bus Probleme gibt, verständigt der Fahrer damit die Polizei.


Allerdings gibt es kaum Vorfälle. «Neunzig Prozent unserer Passagiere sind Touristen», schätzt Bryson-Clark. «Die genießen ihren Urlaub und sind gut gelaunt.» Seit einem halben Jahr kontrolliert er nun auf dem «Routemaster» und ist zufrieden: «Gut, im Winter muss ich die langen Unterhosen auspacken», sagt er. Sonst werde es zu kalt - allerdings sei dies auch der einzige Nachteil.


Für manchen Passagier haben die Busse aber durchaus Schwachstellen: Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Senioren können nur mit Mühe einsteigen. Ein älteres Ehepaar aus Nordengland ist jedoch rüstig genug, um am nächsten Halt aufzuspringen. «Das ist ja wunderbar hier», schwärmt die Frau. «Ist das ein Touristenbus?», will der Mann wissen. Da der Schaffner bereitwillig Auskunft gibt, wird auch gleich noch der Weg zur nächsten Attraktion erfragt.


So macht es ganz den Anschein, als sei der junge Mann nicht nur der Fahrkartenkontrolleur, sondern gleichzeitig Fremdenführer. «Seit ich hier arbeite, habe ich selbst schon einiges über London gelernt», sagt er. Wenn ein Tourist nach etwas frage, das er selbst gar nicht kenne, schaue er es sich an einem freien Tag an. Sein Vorgänger ist mittlerweile sogar Fremdenführer.



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