«Oh, die Torwand!» - Das ZDF als Besuchermagnet Führung durch die ZDF-Studios in Mainz: Rund 50 000 Besucher können jedes Jahr einen Blick hinter die Kulissen werfen. (Bild: dpa) Von Andrea Löbbecke, dpa Mainz (dpa) - «Oh, das ist doch die Torwand aus dem Aktuellen Sportstudio!» - fast ehrfürchtig bleiben die Besucher im ZDF vor der großen Spanplatte stehe, durch die schon Franz Beckenbauer und Pelé Bälle geschossen haben.
Bei einer Gruppenführung durch eine der führenden Sendeanstalten Europas gibt es viel Bekanntes zu sehen - «heute-journal»-Größen wie Marietta Slomka und Claus Kleber lächeln mit zwei Fingern vor dem Auge überlebensgroß von den Wänden, auf Tassen und T-Shirts im Souvenirladen turnen Mainzelmännchen herum. Rund 50 000 Besucher können pro Jahr auf dem ZDF-Gelände einen Blick hinter die Kulissen der bunten Fernsehwelt werfen.
An diesem Tag im Frühsommer sind es rund 30 Teilnehmer eines Betriebsausfluges des Frankfurter Kassen- und Steueramtes, die von Hans-Joachim Steinmetz mit launigen Erklärungen über das Sendegelände geführt werden. Erstes Highlight: Der ZDF-Fernsehgarten. Am eigenen Leib spüren die Besucher, wie heiß es auf den Sitzplätzen werden kann und dass man von einem der Stehplätze aus eigentlich viel besser sieht.
Unter dem Fernsehgartengelände erstreckt sich neben einem riesigen Kellergewölbe als Lager für Requisiten auch ein breiter Kabelgang. «Dieser unterirdische Gang wurde für den Fernsehgarten besonders wichtig, als die Boygroup 'Caught in the Act' auftreten sollte und 200 kreischende Mädels die Wege blockierten», erzählt Steinmetz. Über den Tunnel konnten die Jungs dann doch noch sicher auf die Bühne geholt werden.
Herzstück des Senders sind die Aufnahmestudios, die viel kleiner und schlichter wirken, als «im Fernsehen». Auch durch die Besuchergruppe geht ein kollektives «ooohhh» und viele nehmen die Kopf in den Nacken - für einen Blick auf die rund 200 großen Scheinwerfer an der Decke. «Um einen Moderator oder Interviewpartner auszuleuchten, sind allein drei Scheinwerfer nötig», erklärt Steinmetz. Dazu kommt noch das Licht für die Dekoration.
Während die schweren Leuchter früher mit langen Stangen in die richtige Position geschoben werden mussten, läuft heute alles computergesteuert - für die verschiedenen Sendungen mit ihren Kulissen sind die Grundstellungen der Scheinwerfer abgespeichert. Allein im Studio 3 werden unter anderem die Kindernachrichten «logo», «Drehscheibe Deutschland» und «Abenteuer Wissen» produziert. Da ein Umbau für eine neue Sendung immer einige Zeit in Anspruch nimmt, steht die Deko für «ZDF-spezial» immer im Hintergrund bereit - damit es im Notfall schnell geht.
«Du musst ein guter Entertainer sein und zur Not ein Studio vor einer verschlossenen Tür erklären», sagt Steinmetz über seinen Job. Er sehe sich als eine Art Improvisationsschauspieler. Am liebsten geht er mit Besuchern durch den Sender, die auch mal kritische Fragen stellen. «Gut informiert sind beispielsweise oft die Landfrauen - die kennen viele der ZDF-Sendungen. » Viel Spaß gebe es immer bei der Präsentation der «Blue Box», bei der Besucher virtueller Interviewpartner im «heute-journal» werden. Mit einem Computertrick sieht es auf dem Bildschirm so aus, als sitze Herr Müller oder Frau Meier direkt neben Claus Kleber im Studio - und könne ihm sogar die Hand reichen.
«Natürlich fragen immer viele nach den Promis», sagt Steinmetz. «Aber wenn ihnen dann einer im Gang entgegenkommt, erkennen sie ihn manchmal gar nicht. » Auch bei Steimetz' Führungen waren schon echte ZDF-Prominente dabei - etwa Intendant Markus Schächter. Der Chef sei mit seiner Fußballmannschaft gekommen und habe eine ganz normale Führung machen wollen, erzählt Steinmetz. «Und hinterher hat er sogar gesagt, dass er vieles so auch noch nicht gewusst habe. »
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