USA » ReiseberichteUSA hoffen auf mehr ausländische Urlauber Familien reisen wieder öfter in die USA - Attraktionen wie die Simpsons-Achterbahn in Orlando begeistern vor allem Kinder. (Bild: Universal Resort Orlando/dpa/tmn) Von Christian Röwekamp, dpa Las Vegas (dpa/tmn) - Touristen aus Europa sind im Moment in den USA besonders gern gesehene Gäste. Denn Deutsche, Österreicher und Italiener haben das Geld locker sitzen.
Der Wechselkurs von US-Dollar und Euro ist günstig und in den Outlet-Zentren wird eingekauft, bis die Koffer voll sind. Auch deshalb gehen Experten davon aus, dass die Zahl der deutschen USA-Touristen 2008 so groß sein wird wie seit Anfang des Jahrzehnts nicht mehr: 1,65 bis 1,7 Millionen Reisende mit deutschem Pass erscheinen möglich. Wie auf der US-Reisemesse Pow Wow (31. bis Mai bis 4. Juni) in Las Vegas deutlich wurde, könnte sich dieser Trend 2009 fortsetzen - auch wenn die USA dann ein Online-Registrierungsverfahren für Deutsche und andere Gäste aus Ländern ohne Visumspflicht einführen.
Ziel der US-Reisebranche ist es, die Zahl der ausländischen Gäste im «Land der unbegrenzten Möglichkeiten» weiter zu erhöhen. Kanadier und Mexikaner nicht mitgezählt, kamen 2007 fast 23,9 Millionen Ausländer, zehn Prozent mehr als 2006. Allerdings sind die USA von den Besucherzahlen des Jahres 2000 weiter deutlich entfernt. Damals waren es dem US-Handelsministeriums zufolge fast 26 Millionen.
Probleme bereitet der Branche die Wirtschaftsflaute in den USA: «Der heimische Markt bricht zum Teil weg, die Amerikaner reisen weniger. Mehr internationale Gäste sollen das nun auffangen», beobachtet Tilo Krause-Dünow, Chef des Nordamerika-Veranstalters Canusa in Hamburg.
Und die Rechnung scheint aufzugehen, zumindest bei den deutschen Gästen: Der Dollarkurs und die Aussicht auf politische Veränderungen im Herbst seien derzeit starke Antriebe, in die USA zu reisen, sagt Krause-Dünow. «Auch Familien buchen nun wieder verstärkt Urlaub in der Hochsaison im Juli und August» - das habe es zuletzt seltener gegeben. «Und es werden wesentlich hochwertigere Produkte ausgewählt, etwa bei den Hotels. » Der Wechselkurs ermöglicht auch da so einiges.
Andere Veranstalter bestätigen die Entwicklung: «Florida ist im Trend, auch Familien sind wieder da», sagt etwa Claudia Henze-Dynio, Nordamerika-Produktmanagerin bei Neckermann Reisen, die auch für die Sommersaison 2009 gute Vorzeichen sieht. An einigen US-Zielen wie Las Vegas seien Hotelzimmer für europäische Anbieter gerade günstiger zu bekommen, weil dort der Andrang aus dem Inland nachlasse. Ausnahmen gebe es allerdings nach wie vor: New-York-Reisen werden in den Wochen vor Weihnachten weiterhin nicht zum Schnäppchenpreis zu haben sein.
Insgesamt seien im Jahr 2009 stabile Preise für USA-Reisen auf dem deutschen Markt zu erwarten, schätzt Rita Hille, die Präsidentin des Visit USA Committee Germany (VUSA). Mit der Zwischenbilanz 2008 ist sie sehr zufrieden: «Es könnte wieder ein zweistelliges Plus bei der Zahl der deutschen USA-Reisenden geben». Bei zehn Prozent hatte der Zuwachs im Jahr 2007 gelegen: Nach Angaben des Handelsministeriums reisten 1,524 Millionen Deutsche in die USA ein.
Überdurchschnittlich wuchs das Interesse der Deutschen an Reisen nach New York und Kalifornien: In den «Big Apple» kamen 547 000 Bundesbürger, in den Westküstenstaat mit seinen Attraktionen von Hollywood bis San Francisco 322 000. In beiden Fällen lag die Zuwachsrate im Vergleich zu 2006 bei rund 30 Prozent - auch das zeigt, warum deutsche Urlauber in den USA gerade so beliebt sind.
Eine neue Unbekannte für die Frage, wie sich dieser Trend weiter entwickelt, hat sich im Lauf des Pow Wow in Las Vegas allerdings doch eingestellt: die Ankündigung der US-Regierung, vom Januar 2009 an von Reisenden aus Ländern ohne Visumspflicht spätestens 72 Stunden vor der Ankunft eine Online-Registrierung einzufordern. Davon sind neben 26 weiteren Ländern auch Deutsche betroffen.
Aus Sicht des US-Reiseverbandes TIA und auch des deutschen Visit USA Committees wird diese Veränderung kein großes Problem darstellen - zumal viel Papierkram beim Ausfüllen von Formularen entfallen soll, wenn Reisende die Daten online den US-Behörden schon gemeldet haben. Und gültig sein soll die Anmeldung für zwei Jahre - gerade für Vielflieger sei das interessant. «Das Ganze ist der Eintritt ins elektronische Zeitalter auch in diesem Bereich und damit eine normale Entwicklung», ist Tilo Krause-Dünow überzeugt - auch wenn noch offene Fragen zu klären seien, etwa zum Umgang mit der Anmeldung bei der Einreise per Wohnmobil über Kanada.
Damit sich der Aufwärtstrend bei den Gästen aus Übersee verstärkt, will die US-Reisebranche etwas nachhelfen - etwa mit der neuen Webseite DiscoverAmerica. com, die es in Kürze auch auf Deutsch geben soll. Erstmals existiert damit eine offizielle Tourismus-Webseite für die ganzen USA. Was sie 2009 bringt und ob die Online-Registrierung vielleicht doch schadet, lässt sich im Moment aber schwer abschätzen. So bleibt nur, abzuwarten, ob auch kommendes Jahr mehr Deutsche in den USA die Einkaufswagen füllen werden.
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