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Deutschland » Gesundheit auf Reisen

Experte: Wieder mehr Bodensee-Schnaken

Konstanz (dpa) - Bodensee-Touristen und Anwohner sollten sich wappnen: Erstmals seit fünf Jahren gibt es wieder mehr Stechmücken. «Ich rechne jedoch absolut nicht mit einer Bodensee-Schnakenplage», sagte der Experte Rainer Bretthauer.


Die Plagegeister sind seit Beginn der schwülen Temperaturen zuhauf ausgeschwärmt. «Aber das Ganze hält sich in Grenzen», betonte der Biologe. Nach der Zahl der Schnaken-Eier am Ufer zu schließen, sei massenhafter Nachwuchs höchst unwahrscheinlich. «Es sei denn, der Wasserspiegel steigt rapide. » Nur bei Überspülung können aus den Eiern Larven schlüpfen und sich daraus Mücken entwickeln.


Die an der Wasserkante abgelegten Schnaken-Eier vom vergangenen Herbst sind erstmals wieder in größerem Umfang überschwemmt worden, weil der Pegelstand des Bodensees in diesem Jahr wieder an langjährige Mittelwerte heranreicht. Nach dem «Jahrhundert-Sommer» 2003 mit Niedrigrekorden hatte der See stets unterdurchschnittlich wenig Wasser geführt.


Der Biologe räumte zugleich mit der gängigen Vorstellung auf, Licht ziehe die Insekten an. «Die Bodensee-Schnake orientiert sich am Kohlendioxid der Atemluft und an Körperwärme», erklärte er. Der Mensch sei im Grunde für die Stechmücken-Weibchen, die das Blut für die Fortpflanzung benötigen, nur ein Notbehelf. Eigentlich benutzten die Schnaken dafür Kleintiere wie Mäuse oder Hasen.


Um sich vor den Blutsaugern zu schützen, rät der Experte, sich in der Dämmerung nicht am Ufer niederzulassen. Auch die Nähe von Büschen sollte gemieden werden, denn in den Sträuchern verbergen sich die Insekten vor ihren natürlichen Feinden, den Vögeln. Einreiben der Haut mit Mitteln wie Teebaum- oder Zimtöl biete einen gewissen Schutz.


Von einer Bekämpfung der Mücken, wie sie in Überschwemmungsgebieten am Oberrhein praktiziert werde, hält der Biologe am Bodensee nichts. «Ich rate absolut davon ab. » Die Präparate vernichteten nicht nur die Schnaken-Larven, sondern auch andere, nicht-stechende Arten wie die Zuckmücke. Damit fehle den Jungfischen in den Flachwasserzonen etwa 70 Prozent der Nahrung.



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