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Artenschutz im Urlaub: Keine Tropenhölzer kaufen

Artenschutz im Urlaub
Urlauber sollten auf Souvenirs wie diesen «Schlangenwein» mit eingelegten Kobras verzichten - dem Artenschutz zuliebe. (Bild: dpa/tmn)

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Urlauber können durch ihr Verhalten im Ausland zur Rettung bedrohter Tier- und Pflanzenarten beitragen. Wichtig ist, sich bewusst zu machen, wo ein Zusammenhang zwischen dem Kauf eines Produktes und dem drohenden Verschwinden einer Art besteht.


In den vergangenen Jahren seien zwar viele Touristen in dieser Frage bereits sensibilisiert worden. Es bleibe allerdings viel zu tun, weil die Globalisierung und der Fernreisen-Boom das Problem verschärften, sagt Astrid Deilmann von der Naturschutzorganisation WWF in Frankfurt. Am meisten falsch gemacht werde durch den Kauf von Tropenholz-Produkten.


«Beim Kauf von Ketten und Geschirr aus Holz denken sich viele Touristen: 'Das wird schon passen'», lautet die Erfahrung des WWF. Zum Teil spiele dabei sogar der Wunsch eine Rolle, die lokale Wirtschaft am Urlaubsort zu unterstützen. «Dass sie dadurch aber auch den Raubbau in den Wäldern vorantreiben, machen sich nur wenige klar», erklärte Deilmann anlässlich der UN-Konferenz zur biologischen Vielfalt in Bonn (noch bis 30. Mai). Jeder Baum, der in Urwäldern gefällt wird, fehle als Nistplatz und Nahrungsquelle für andere Arten - «von der Rolle als Kohlendioxid-Speicher ganz zu schweigen».


Der Laie könne auch gar nicht erkennen, ob es sich bei Holzperlen etwa um Mahagoni, das gefährdete Ramin-Holz aus Südamerika oder eine nicht geschützte Holzart handelt. «In Indonesien zum Beispiel werden 70 Prozent aller Abholzungen illegal vorgenommen», so die Expertin. In Lateinamerika, Asien und Afrika sollten Urlauber daher auf den Kauf von Holzprodukten verzichten, die nicht das FSC-Gütesiegel tragen. FSC ist die Abkürzung der Organisation Forest Stewardship Council, die sich um eine nachhaltige Waldwirtschaft bemüht. Solche Kennzeichnungen seien auf den lokalen Märkten aber noch sehr selten.


Beim Kauf von tierischen Produkten wie Arzneimitteln aus Tigerknochen, Leopardenfellen und Schmuck aus Schildkrötenpanzern sei das Bewusstsein für den Artenschutz schon weiter als bei Pflanzen, so Deilmann. Auch hier machten Touristen aber oft etwas falsch: «Wer zum ersten Mal in Thailand oder Südafrika ist, kauft manches vielleicht im Überschwang der überwältigenden Eindrücke. » Auch deshalb habe die Einfuhr geschützter Arten in den vergangenen Jahren stark zugenommen.


Zum Teil sei der Import nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) zwar erlaubt. Nötig seien dafür aber eine Ausfuhrgenehmigung des Urlaubslandes und eine Einfuhrbescheinigung des Bundesamtes für Naturschutz. Das bedeute, Formulare auszufüllen - und das könne einen ganzen Urlaubstag kosten. «Das ist eher etwas für Händler. Urlauber sind damit überfordert, deswegen macht das kaum jemand», so Deilmann.


Artenschutz im Urlaub geht allerdings weit über den richtigen Souvenirkauf hinaus. Der WWF rät zum Beispiel, auf Bergtouren grundsätzlich keine Blumen und Kräuter zu pflücken. Und am Mittelmeer sei es wichtig, auf Schutzzonen für Schildkröten zu achten, die zur Eiablage an die Strände kommen. Auf der griechischen Insel Zakynthos etwa gebe es die letzten Nistplätze einer gefährdeten Art, die es zu schützen gelte. Das treffe auch auf Strände in anderen Teilen der Erde zu, etwa für die Schildkröten-Nistplätze nahe des Ningaloo-Riffs in West-Australien.


Informationen: Zum Thema Souvenirkauf im Ausland hat der WWF ein Flugblatt erarbeitet. Es kann gegen Einsendung eines frankierten Rückumschlags angefordert werden bei: WWF Deutschland, Stichwort Souvenirführer, Rebstöcker Straße 55, 60326 Frankfurt. Im Internet ist es kostenlos verfügbar.



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