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Deutschland » Reiseberichte

Faszinierende Experimente im ehemaligen Speicher

Von Daniel Völpel, dpa

Heilbronn (dpa) ­ Vorsichtig hebt der Roboter einen Ball auf, führt in über einen Korb und lässt ihn hineinfallen. Doch die Maschine ist nicht programmiert. Im neuen Wissenschaftszentrum experimenta in Heilbronn steuert der Besucher selbst.


Der Roboter ist nur eines von rund 150 interaktiven Exponaten. Vom 14. November an will die Bildungseinrichtung damit Neugier und Forschergeist wecken. «Wir verfolgen einen innovativen Ansatz bei der Vermittlung von Naturwissenschaften und Technik», erklärt experimenta-Geschäftsführer Wolfgang Hansch. Aus einem ehemaligen Ölsaatenspeicher auf der Kraneninsel im Neckar wurde daher ein in Süddeutschland einzigartiges, interaktives Wissenschaftszentrum. Entstanden sind in 18 Monaten Bauzeit auf sechs Etagen vier Themenwelten, Labors und ein multimedial bestückter Veranstaltungsraum für 200 Gäste.


16 Millionen Euro investierte die Stadt, unterstützt vom Land Baden-Württemberg und von Sponsoren. Weitere 14 Millionen Euro kamen von der Dieter-Schwarz-Stiftung aus den Gewinnen der Unternehmen Lidl und Kaufland. Sie wird auch den laufenden Betrieb bezuschussen.


Erste Station für die Besucher ist das «E-Werk». Es widmet sich allen Facetten der Energie: Eine Wärmebildkamera verrät, wo das Haus schlecht isoliert ist. Der Knaller im wahrsten Sinn des Wortes: die Wasserstoff-Rakete. Mit einer Kurbel erzeugt der Besucher Strom und startet eine Elektrolyse. Das dadurch entstehende Knallgas schießt die Rakete an die Decke.


Die Themen auf 7500 Quadratmetern Lern- und Experimentierfläche sind bewusst nicht eng naturwissenschaftlich eingegrenzt. «Wir hoffen dadurch auf eine breitere Zielgruppe», sagt Hansch. «Unsere Hauptklientel sind Kinder, Jugendliche und Familien.» Bereits für Fünfjährige in Begleitung ihrer Eltern sei die experimenta geeignet. Als einzige Voraussetzung nennt Hansch: «Ich muss neugierig sein.» «Das Motto, unter dem das Ganze steht, heißt: Entdecke Dein Talent!», erklärt der experimenta-Chef. 25 Ausstellungsstücke tragen dazu einen Stern. Hier kann man sich mit seiner Eintrittskarte registrieren und eine Aufgabe absolvieren. Computer errechnen aus den Ergebnissen, für welche der hinterlegten 140 Ausbildungs- und Studienberufe man besonders talentiert sein könnte.


Neben der Dauerausstellung planen die Macher zwei bis drei Sonderschauen pro Jahr, Ferienkurse, Lehrerfortbildungen sowie Workshops und wissenschaftliche Vorträge für Erwachsene. Auf mindestens 100 000 Besucher jährlich hofft Hansch. Der Leiter der Ausstellungsentwicklung, Christian Sichau, sagt: «Es geht nicht nur darum, was ich weiß, es geht an vielen Stellen darum, kreativ zu sein.»


Besonders stolz ist experimenta-Chef Hansch auf die sieben «Talentschmieden». Etwa ein Dutzend Kinder kann beispielsweise in der Autoschmiede einen kleinen Lastwagen bauen, in der Filmschmiede schauspielerisches Talent beweisen oder in der Textschmiede eine Zeitung herstellen. Rund 30 wissenschaftliche Mitarbeiter erklären Phänomene und bereiten die Versuche vor, darunter Physiker, Ernährungswissenschaftler und Biologen. Außerdem gibt es fünf Labors und Forscherateliers.


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