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Urlaubsplanung 2010: Ein Jahr ohne viele «Brücken»

Berlin (dpa/tmn) - Die Sekretärin verteilt die Tischkalender für 2010, und sofort beginnen einige im Büro zu blättern. Schnell wird klar: Das kommende Jahr ist nicht gut für «Brückenbauer».


Denn das beliebte Prinzip, Urlaub zwischen einem beweglichen Feiertag in der Wochenmitte und einem Wochenende zu nehmen, lässt sich nur selten in die Tat umsetzen. Viele Feiertage fallen diesmal auf einen Samstag oder Sonntag, darunter Weihnachten, der 1. Mai und der 3. Oktober. Oder sie verlängern am Freitag (Neujahr) oder Montag (Allerheiligen) zwar das Wochenende - aber das sind dann eben «nur» drei freie Tage am Stück und nicht vier wie bei einem «Brückentag» dazwischen.


Dass 2010 kein arbeitnehmerfreundliches Jahr ist, ist allerdings weniger eine Laune des Kalenders, sondern das Ergebnis einer strengen Gesetzmäßigkeit. Jedes Jahr verschiebt sich die Zuordnung von festen Daten und Wochentagen um mindestens einen Tag. Ist ein Schaltjahr im Spiel wie zuletzt 2008, sind es sogar zwei Tage. Das liegt daran, dass jedes Jahr 365 oder 366 Tage hat - und nicht etwa 364. Diese Zahl ist durch die sieben Wochentage teilbar - und hätte das Jahr 364 Tage, dann würde Heiligabend immer auf den selben Wochentag fallen.


Doch weil genau das nicht der Fall ist, ergeben sich Jahre mit vielen «Brückentagen» wie 2007 (1. Mai an einem Dienstag, 3. Oktober am Mittwoch, Weihnachten am Dienstag und Mittwoch) - und eben Jahre wie 2010: Wer mit einem «Brückentag» für ein viertägiges Wochenende sorgen möchte, kann bundesweit nur Christi Himmelfahrt dazu nutzen. Dieses Fest fällt immer auf einen Donnerstag, diesmal den 13. Mai.


In Bayern, Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen wiederholt sich die Situation dann zum katholischen Fronleichnams-Tag, der ebenfalls immer ein Donnerstag ist und diesmal am 3. Juni ein langes Wochenende einläuten könnte. Und mit dem Einsatz von zwei Urlaubstagen am Montag und Dienstag oder Donnerstag und Freitag ließe sich auch zum Feiertag der Heiligen Drei Könige am 6. Januar (einem Mittwoch) eine «Brücke» bauen - zumindest, wenn man in Bayern, Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt arbeitet.


Andere nur regional im Kalender stehende Feiertage bieten sich dagegen 2010 nicht zum «Brückenbauen» an, denn Mariä Himmelfahrt am 15. August (Feiertag in Bayern und im Saarland) fällt ebenso auf einen Sonntag wie der Reformationstag am 31. Oktober, der in allen ostdeutschen Bundesländern mit der Ausnahme Berlins gefeiert wird. Nicht offizielle bundesweite Feiertage, in vielen Betrieben aber arbeitsfrei sind außerdem Heiligabend und Silvester. Beide sind 2010 ein Freitag, eignen sich also ebenfalls weniger als in anderen Jahren zum «Brückenbauen».


Keine großen Sorgen bereitet diese Kalender-Situation einer Branche, die auch davon lebt, dass die Deutschen gerne «Brücken» bauen: der Tourismusindustrie. Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes in Berlin, räumt zwar ein, dass «zwei, drei Termine diesmal unglücklich liegen». Feiertage wie Weihnachten würden aber ohnehin eher nicht für Kurzreisen, sondern für längere Touren genutzt - und dann sei es egal, auf welchen Wochentag die Feiertage fallen. Sehr beliebt für Kurzreisen seien dagegen zum Beispiel Ostern und Pfingsten - und an deren Wochentagen ändere sich ja nie etwas.


Wer darauf wartet, dass wieder mehr Feiertage auf Wochentage fallen, muss sich nicht allzu sehr gedulden. Denn schon 2011 werden der 3. Oktober und der Zweite Weihnachtsfeiertag, Mariä Himmelfahrt und der Reformationstag wieder Montage sein. Das heißt: Schulfrei für die Kinder und dreitägige Wochenenden für viele, die am Arbeitsplatz dann freibekommen, weil das Jahr 365 statt 364 Tage hat.


Infos

Bundesweite Feiertage 2010 Bundesweit gibt es in Deutschland elf Feiertage. Sie fallen im Jahr 2010 auf folgende Tage: Neujahr am 1. Januar (Freitag), Karfreitag am 2. April, Ostern am 4./5. April (Sonntag/Montag), Maifeiertag am 1. Mai (Samstag), Christi Himmelfahrt am 13. Mai (Donnerstag), Pfingsten am 23./24. Mai (Sonntag/Montag), Tag der deutschen Einheit am 3. Oktober (Sonntag), Weihnachten am 25./26. Dezember (Samstag/Sonntag). Hinzu kommen regionale Feiertage mit meist religiösem Hintergrund wie Fronleichnam und Mariä Himmelfahrt in katholischen Regionen und der Reformationstag in evangelischen.

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