Trotz des günstigen Dollars: USA-Flüge noch nicht ausgebuchtVon Daniel-Patrick Görisch, dpa Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Günstiger Dollar, mehr Gedränge in den Flugzeugen: Bei einigen Fluggesellschaften sind die Buchungszahlen für Transatlantikflüge parallel zum Kursverfall der US-Währung gewachsen.
Im Vergleich zum Vorjahr sei die Auslastung von 80 auf 88 Prozent gestiegen, sagt etwa Werner Claasen, Sprecher von United Airlines in Frankfurt. Ähnliche Auslastungen gibt es bei Delta Air Lines, Lufthansa, Air Berlin und KLM/Northwest. Große Engpässe müssen USA-Urlauber, die für den Sommer noch nicht gebucht haben, bisher jedoch nicht fürchten.
Rund 1,524 Millionen Deutsche reisten 2007 in die USA, nach Angaben des Visit USA Committee (VUSA) war das ein Plus von zehn Prozent. Für das laufende Jahr wird ein ähnliches Wachstum erwartet. Während die Nachfrage in Deutschland steigt, bleibe das Interesse der US-Amerikaner an Flügen in die Gegenrichtung ungebremst, beobachten die Fluggesellschaften. Bislang trotzten die US-Touristen bei ihrer Reiseentscheidung offenbar dem Kaufkraftverlust, und Geschäftsreisende nehmen die Kurse in Kauf.
Einzelne Engpässe für Urlauber gibt es bei Air Berlin. «Es gibt noch Billigangebote zwischen Düsseldorf und New York», sagt Sprecherin Claudia Löffler in Berlin. Sonst werde es aber für Anfang Mai auf vielen Strecken bereits jetzt knapp - auch zum Normalpreis.
Anders ist die Situation bei der Lufthansa: Lediglich billige Aktionsangebote seien vergriffen, sagt Sprecher Thomas Jachnow in Frankfurt. Auch für Flüge zu den beliebten Zielen New York, Los Angeles, San Francisco und Miami haben viele Fluggesellschaften für diese Saison noch freie Plätze.
Von Feiertagen wie Ostern abgesehen, könnten Reisende weiterhin auch kurzfristig mit preiswerten Flügen in der Economy-Klasse rechnen, sagt United-Sprecher Claasen. Steigende Spritpreise würden sich zwar auf die Flugpreise auswirken, eine Verteuerung durch die jüngste USA-Nachfrage sieht er aber nicht. Dafür sorge der Wettbewerb unter den Fluggesellschaften.
«Vor allem die durch die Dollarschwäche günstigen Nebenkosten im Land, von der Tankfüllung bis zur Cola, sind Ursache für den Ansturm», sagt Anke Günther vom Veranstalter Dertour in Frankfurt, dem Marktführer für USA-Reisen. Schon im März verzeichnete das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr 18 Prozent mehr Buchungen in die USA.
Für die Fluggesellschaften stellt sich der Anstieg nach dem Schock vom 11. September 2001 konstanter dar: United beobachte auf USA-Routen seit drei Jahren steigende Passagierzahlen. «Wir haben das Flugnetz seither stetig ausgebaut», sagt Werner Claasen. Statt jährlich 800 000 Sitze stehen von Deutschland in die USA inzwischen 1,2 Millionen Plätze bereit. «Das Interesse wächst gleichmäßig», sagt auch Lufthansa-Sprecher Jachnow. Auch die Lufthansa habe ihren Flugplan erweitert und bietet aus Deutschland heraus in diesem Sommer wöchentlich 260 Flüge zu 19 verschiedenen USA-Zielen an.
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