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Kongo, Demokratische Republik: Geschichte

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Kongo, Demokratische Republik Geschichte TravelingWorld.de 5 5

Die Demokratische Republik Kongo, ein Staat in Zentralafrika, erfuhr seine erste Besiedlung vermutlich bereits um 10.000 v.Chr. Als gesichert gilt, dass die Region ab dem 6. Jahrtausend v.Chr. von Stämmen der Pygmäen bewohnt wurde, die vorwiegend als Jäger und Sammler auftraten. Später wanderten aus anderen Regionen des afrikanischen Kontinents Sudangruppen und Niloten ein, die bereits Ackerbau und Viehzucht betrieben. Im 1. Jahrtausend n.Chr. unterlag das heutige Staatsgebiet mehreren Einwanderungswellen von Bantu-Völkern, die ursprünglich aus dem Nordwesten Afrikas stammten. In verschiedenen Regionen des Landes, darunter in der Upemba-Senke und am Kambambasee, entwickelten sich erste Kulturen mit größeren Ansiedlungen und weitreichenden Handelsnetzen. Spätestens ab dem 13. Jahrhundert entstanden einige lokale Königreiche, von denen das Kongoreich die größte Bedeutung erlangte, wobei es seine Blütezeit (mit einer Ausdehnung über den gesamten Westen der heutigen Demokratischen Republik Kongo, sowie auch Teile der Nachbarländer Angola und Republik Kongo) im 16. Jahrhundert erreichte. Schon im Jahre 1482 erreichte der Portugiese Diogo Cão das zentralafrikanische Land über die Atlantikküste und erforschte weite Gebiete des Hinterlandes. Bald darauf begannen die europäischen Machthaber mit der Errichtung von Missionsstationen und der Gründung von Handelsniederlassungen, wobei ab dem frühen 16. Jahrhundert der Sklavenhandel blühte. Es gelang den Portugiesen in den folgenden Jahrzehnten allmählich, die lokalen Königreiche im Kongo zu entmachten und die Kontrolle über das Land zu gewinnen. Lediglich im Süden konnten einige Königreiche ihre Macht noch bis ins 19. Jahrhundert behaupten, zerfielen aber aufgrund innenpolitische Kämpfe und die Auswirkungen der Kolonialherrschaft allmählich (zum Beispiel das Königreich der Luba oder das der benachbarten Lunda). Zwar hatten die Portugiesen in den Küstenregionen und entlang des Flusses Kongo viele Handelsniederlassungen errichtet, das Hinterland Kongos aber war blieb überwiegend unerforscht. Mitte des 19. Jahrhunderts trugen der britische Missionar David Livingstone und der Journalist Henry Morton Stanley zur Erkundung des Landes bei. Letzteres erwarb schließlich im Auftrag der belgischen Krone von den einheimischen Machthabern weite Gebiete des Kongobeckens (zwischen 1879 und 1885), baute die Infrastruktur aus und begründete die Stadt Léopoldville (das heutige Kinshasa). Im Zuge der Berliner Kongo-Konferenz wurde der „Freistaat Kongo“ schließlich Leopold II. als rechtmäßiger Besitz zugesprochen. Damit war der Weg frei für eine systematische und ebenso grausame Kolonisierung des Landes, einhergehend mit der Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskräften, was letztlich zu einem erheblichen Bevölkerungsrückgang führte. Nachdem der belgische Staat im Jahre 1908 die Verwaltung des zentralafrikanischen Staates übernommen hatte, ging die Ausbeutung trotz inzwischen internationaler Proteste weiter. Kurz nach dem Ende des 1. Weltkrieges erhielt Belgien zusätzlich, im Rahmen eines Völkerbundmandats, die Verwaltungshoheit über die Nachbarländer Ruanda und Burundi. Diese Zusammenlegung der Länder wurde zwar nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgehoben, die von den Belgiern geförderte Immigration aus Ruanda hinterließ aber tiefgreifende ehtnische Konflikte. In den 1950er Jahren entwickelte sich im Kongo eine breite Unabhängigkeitsbewegung gegen die Fremdherrschaft. Parteigründungen und Unruhen führten 1960 dazu, dass Belgien die Kolonie überstürzt aufgab und die sofortige Souveränität des afrikanischen Staats anerkannte. Dies mündete zunächst in einer schweren politischen Krise, gekennzeichnet von Autonomiebestrebungen der Provinz Katanga, Unruhen, Putschversuchen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der Konflikt konnte erst durch das Eingreifen der Vereinten Nationen 1963 beendet werden; nach dem Abzug internationaler Truppen flammte der Bürgerkrieg in mehreren Provinzen aber umso blutiger wieder auf; Hunderttausende fielen den Auseinandersetzungen zum Opfer. Im Jahre 1965, putschte sich schließlich General Mobutu Sese-Seko – dessen erster Versuch zur Regierungsübernahme 1960 gescheitert war – an die Macht. Es folgten einige der schwersten Jahrzehnte für das afrikanische Land: Mobutu errichtete nicht nur einen Einparteienstaat auf Basis der MPR (Mouvement Populaire de la Révolution), sondern förderte einen strikten Afrikanisierungsprozess, der unter anderem die Umbenennung des Staates in Zaire beinhaltete. Sein äußerst gewalttätiges und korruptes Regime konnte sich Ende der 1970er Jahre gegen Rebellenaktivitäten in der Provinz Katanga nur mit Hilfe ausländischer Truppen verteidigen. Seit den 1980er Jahren geriet Zaire in eine tiefe wirtschaftliche Krise, die schließlich großen politischen Druck auf die Regierung Mobutus ausübte. Dieser musste 1990 erstmals politische Parteien zulassen, boykottierte aber eine ebenfalls Anfang der 1990er Jahre gebildete Übergangsregierung unter Étienne Tshisékédi wa Mulumba und setzte stattdessen einen Gegenregierung ein. Autonomiebestrebungen, Hungersnöte, Bürgerkrieg und Flüchtlingsströme ließen die politische Lage im Land schließlich eskalieren: Unter Laurent Kabila erhob sich schon 1996 ein starker Machthaber im Osten Zaires, der ein Jahr später Mobutu in seinem Amt als Staatspräsident folgte. Das Land wurde wieder in Demokratische Republik Kongo umbenannt, zudem erhielt Kabila militärische Unterstützung aus den Nachbarländern, um eine nationale Militärrevolte gegen seine Machtergreifung abzuwehren. Bis ins Jahr 2002 versank das Land vollständig in den Wirren des Bürgerkrieges, der Millionen Menschen das Leben kostete. Joseph Kabila, Sohn des 2001 getöteten Staatspräsidenten Laurent Kabila, führte die Demokratische Republik Kongo in einen langwierigen Friedensprozess. Trotz eines 2002 ausgehandelten Abkommens zwischen Ruanda und Kongo kam es in der jüngsten Vergangenheit immer wieder zu lokalen Unruhen und Rebellenaktivitäten. Trotzdem gelang es im Jahre 2006, erstmals freie Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abzuhalten, aus denen (nach einer Stichwahl) der bisherige Amtsinhaber als Sieger hervorging (gegen Jean-Pierre Bemba). Nachdem das Wahlergebnis 2007 zu gewaltsamen Unruhen geführt hatte, wurde die Demokratische Republik Kongo zuletzt 2008 von schweren Kämpfen erschüttert. Insbesondere in der Region Nord-Kivu und deren Hauptstadt Goma sind die Auseinandersetzungen zwischen Rebellen (unter Laurent Nkunda) und regierungstreuen Truppen derzeit eskaliert: Tausende Menschen sind auf der Flucht, doch trotz internationaler Vermittlung ist bisher keine Lösung in Sicht.

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