Italien » ReiseberichteEin großer Auftritt: Salento und seine Geheimnisse Das größte Rätsel Apuliens: Das achteckige Castel del Monte ließ Stauferkaiser Friedrich II. im 13. Jahrhundert erbauen. (Bild: Meier/dpa/tmn) Von Bernd F. Meier, dpa Lecce (dpa/tmn) - Zu sehen gibt es barocke Kunst und die Kultur vieler Völker - das Salento ist Italiens unentdeckter tiefer Süden. Bei einer Rundreise ist der urtümliche Charakter dieses Landstrichs in Apulien am besten zu erleben.
Massentourismus und riesige Hotels gibt es hier nicht. Stattdessen finden die Feriengäste Unterkunft in restaurierten burgähnlichen Bauerngehöften aus dem Mittelalter - und es gibt so manches Geheimnis und manchen Geheimtipp zu entdecken.
Große Auftritte gibt es im Süden Apuliens allerorten, etwa bei der Architektur der mittelalterlichen Kirchen und Paläste. Verschwenderisches Barock wechselt sich ab mit Rokoko, manche Kirchen sind romanischen Ursprungs, herrschaftliche Stadtpaläste säumen enge Gassen. Griechen und Römer, Spanier und Araber kamen im Laufe der Jahrtausende als Herrscher in das Land, wurden wieder vertrieben und hinterließen vielfältige Spuren ihrer Kulturen.
Im Juli und August hat Italien Ferien: Großfamilien aus dem Norden bevölkern dann die 800 Kilometer lange Küstenlinie. Im Westen am Ionischen Meer locken Sandstrände, den Osten kennzeichnen Klippen und winzige Badebuchten. Außerhalb der Hauptsaison aber ist die Autofahrt auf der Küstenstraße SP 358 vom Südkap am «Stiefelabsatz» bis in die Hafenstadt Otranto entspannend. Hinter jeder Biegung der engen Panoramastrecke eröffnen sich neue Ausblicke auf das Meer, fjordähnliche Buchten und klobige Wehrtürme. Nur wenige Kilometer weiter führt die Route durch eine wilde Brachlandschaft zum östlichsten Punkt Italiens, dem Kap von Otranto mit dem Leuchtturm Punta Palascia. Hier sind bei klarer Witterung die nur 50 Kilometer entfernten Berge von Albanien jenseits der Meerenge gut zu erkennen.
«Fahren Sie die Panoramastraße von Süden nach Norden, denn aus dieser Richtung gibt es die besten Ausblicke», raten Nadia und Antonio, die in ihrem Haus in Muro Leccese eine kleine Pension betreiben. «Bed & Breakfast» sowie Zimmer in den mittelalterlichen, «Masseria» genannten Wehrbauernhöfen stellen die meisten Unterkünfte: Es gibt mehr als 70 «Masserien» und 300 «B&B»-Häuser. Viele der «Masserien», die im Mittelalter eine zweite Verteidigungslinie gegen vom Meer anstürmende Feinde bildeten, sind heute feudale Landhotels.
Zentrum des Südens ist Lecce. 45 Kirchen, Klöster, Paläste mit Innenhöfen und ein römisches Amphitheater weist die Provinzmetropole auf. In üppiger Pracht zeigt sich zum Beispiel die helle Fassade der Kirche Santa Croce aus dem 16. Jahrhundert mit ihren Verzierungen und Heiligenstatuen. Doch auch kleinere Orte, in die sich kaum ein Fremder verirrt, glänzen mit Kunstschätzen: Galatina etwa hat mit der Kirche Santa Caterina d'Alessandria aus dem 14. Jahrhundert eines der wenigen gotischen Gotteshäuser des Landstrichs aufzuweisen.
Als Höhepunkt jeder Apulien-Rundreise gilt der Besuch von Castel del Monte. Der Stauferkaiser Friedrich II. ließ das wuchtige Kastell von 1229 bis 1249 errichten. Mit seiner achteckigen Form und acht achteckigen Türmen ist Castel del Monte weltweit einzigartig. Viele Fragen ranken sich um die Anlage: War es einst das Jagdschloss des Herrschers? Und warum haben die acht Seiten die gleichen Längen von je 16,50 Meter? Castel del Monte birgt Apuliens größtes Geheimnis.
Informationen: Italienische Zentrale für Tourismus, Kaiserstraße 65, 60329 Frankfurt; Telefon: 069/23 74 34, E-Mail: enit. ffm@t-online. de.
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