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Deutschland » Gesundheit auf Reisen

Hepatitis-Gefahr an Bord von Kreuzfahrtschiffen

Wiesbaden/München (dpa/tmn) - Urlauber sollten sich nicht nur bei Fernreisen, sondern auch bei Schiffstouren im Mittelmeer vorbeugend gegen Reisegelbsucht impfen lassen. An Bord können sich solche Infektionen rasch ausbreiten.


Das teilte der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) in Wiesbaden mit. Um einen grundlegenden Schutz vor der auch mit Hepatitis A bezeichneten Krankheit zu erzielen, reicht eine einmalige Injektion kurz vor der Abreise aus: Bereits nach 14 Tagen weise der Körper eine sehr hohe Zahl an Abwehrstoffen auf, so die Experten. Viele Krankenkassen übernehmen die anfallenden Kosten.


Im Gegensatz zu Hepatits A steht zur ebenfalls gelegentlich bei Kreuzfahrten auftretenden Hepatitis E noch kein Impfstoff zur Verfügung. Diese Infektion wird laut Prof. Thomas Löscher, Leiter des Tropeninstituts in München, hauptsächlich durch den Verzehr von verunreinigten Nahrungsmitteln und Getränken übertragen. «Typisch für diese Erkrankung sind die Gelbfärbung von Haut und Augen», sagt Löscher. Grund sei, dass die Gallenfarbstoffe infolge einer Fehlfunktion der Leber nicht richtig ausgeschieden werden.


Die Krankheit heilt Löscher zufolge normalerweise wieder aus, die Infektion kann aber auch tödlich verlaufen. Besonders gefährdet sind werdende Mütter in der zweiten Schwangerschaftshälfte. Hepatitis E ist vor allem in Süd- und Ostasien, Lateinamerika und Afrika verbreitet. Angesichts einiger Hepatitis-E-Fälle zwischen Januar und März auf dem britischen Kreuzfahrtschiff «Aurora» warnt der Tropenmediziner: «Da der Zeitpunkt zwischen Ansteckung und Ausbruch bei Hepatitis E etwa 60 Tage beträgt, können weitere Erkrankungsfälle nicht ausgeschlossen werden. »



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