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TravelingWorld » Reisenews » Allgemein » Unterschlagung im Reisebüro: Hoffnung für Kunden

Deutschland

Unterschlagung im Reisebüro: Hoffnung für Kunden

Gelsenkirchen (dpa) - Von dem millionenschweren Unterschlagungsfall in einem Gelsenkirchener Reisebüro sind Kunden aus ganz Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland betroffen. Verbraucherschützer raten Betroffenen, sich an den Reiseveranstalter zu wenden.


Der Verkauf der Reisen sei überwiegend über das Internet abgewickelt worden, teilte die Staatsanwaltschaft Essen mit. Der Geschäftspartner der Inhaberin habe 1,7 Millionen Euro unterschlagen und damit die gebuchten Reisen tausender Kunden platzen lassen. Täglich kämen weitere Anzeigen hinzu. Möglicherweise können die Geprellten aber doch noch verreisen, meinte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


«Kunden, die eine Pauschalreise gebucht haben, brauchen nicht das Reisebüro in Regress zu nehmen, sondern können gegenüber dem Veranstalter auf Durchführung der Reise pochen, falls ihnen das Reisebüro einen Sicherungsschein ausgehändigt hat», erklärte die Verbraucherzentrale in Düsseldorf. Der Sicherungsschein diene als Nachweis dafür, dass der Reiseveranstalter gegen Insolvenz versichert sei. Nur wenn Veranstalter in ihren Vertragsbedingungen deutlich geregelt hätten, dass Zahlungen über vereinbarte Leistungen mit einem Reisevermittler direkt an sie zu leisten seien, müssten die Organisatoren der Reise dafür nicht geradestehen. Im anderen Fall müssen Veranstalter zahlen, auch wenn Reisebüros das Geld nicht an sie weitergeleitet habe.


Der 39 Jahre alte frühere Lebenspartner der Reisebüroinhaberin hatte das Geld in bar vom Konto abgehoben. Er hatte sich selbst angezeigt, schweigt aber zu Details. Unter anderem ist der Verbleib des Geldes ungeklärt. Der Mann sitzt zurzeit wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Möglicherweise habe der Mann die Flucht nach vorn angetreten, weil er seine Enttarnung befürchtete, sagte Staatsanwalt Wilhelm Kassenböhmer. Er rät allen Geschädigten zur Anzeige. Das Reisebüro steht jetzt vor der Insolvenz.



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