Golfen gegen den Wind: Die Kurse von Sylt und FöhrVon Dagmar Garbe, dpa Hörnum/Leck (dpa/tmn) - Leuchttürme, Reetdachhäuser und Schafe auf dem Deich - das ist das Postkarten-Idyll von Nordfriesland. Deutschlands nördlichster Landkreis ist aber nicht nur eine beliebte Ferienregion, sondern hat sich auch zu einer attraktiven Golfdestination entwickelt.
Acht Anlagen gibt es in der Region - vier auf Sylt, eine auf Föhr, dazu die Plätze in Hof Berg in der Nähe von Leck, der GC Husumer Bucht und der Nordsee-GC in St. Peter-Ording (9 Löcher). Besonders Sylt und Föhr erfreuen sich bei Golf-Touristen steigender Beliebtheit. Beide Inseln haben ihr Angebot erweitert.
In Hörnum an Sylts Südzipfel ist ein Golfplatz entstanden, der hierzulande seinesgleichen sucht. Der GC Budersand, 2008 eröffnet, lässt keinen Golfspieler kalt. Der bis dahin in Golfkreisen weitgehend unbekannte Sylter Golf- und Landschaftsarchitekt Rolf-Stephan Hansen hat einen waschechten Links-Kurs geschaffen, wie er bislang nur in Schottland oder Irland zu finden war. Auf 42 Hektar Land hat er die für einen Links-Kurs notwendige Dünenlandschaft aufgeschüttet und 94 Topfbunker strategisch platziert.
Die 18 Löcher wirken so harmonisch, als gehörten sie seit Jahrzehnten hierher. Die rund 6000 Meter langen Bahnen werden einen an manchen Tagen allerdings zur Verzweiflung treiben, wenn der Wind die Bälle ins silbrig schimmernde Dünengras oder in die berüchtigten Bunker weht. Vor allem an Loch 15, dem Lieblingsloch der Anlagen-Eigentümerin mit der Vorliebe für Links-Kurse, Claudia Ebert, darf man sich von dem faszinierenden Blick übers Wasser nicht ablenken lassen: Fünf Bunker umrahmen das Grün des kurzen Par-3-Lochs, dahinter lauern Rough - und die Nordsee.
Eine Drivingrange oder spezielle Übungsanlagen sucht man in Budersand vergeblich, das empfohlene Handicap von 28 ist gut durchdacht. Das Greenfee liegt bei 80 Euro. Spieler mit höherem Handicap sollten es sich auf Sylt allerdings lieber bequemer machen und sich für den GC Sylt oder den Marine Golf-Club entscheiden. Der GC Sylt zwischen Wenningstedt und Kampen ist der älteste Platz der Insel und trotz seiner diversen Wasserhindernisse gut zu spielen. Idyllisch sind die Löcher drei und vier, von denen ein herrlicher Blick über die Braderuper Heide auf das Wattenmeer verdeutlicht, warum es Heerscharen von Gästen nach Sylt zieht.
Der Marine GC neben dem Westerländer Flughafen ist vor drei Jahren auf 18 Löcher ausgebaut worden. Der Schotte Kenneth Moodie ist im Links-Kurs-Stil geblieben, dennoch hat der Platz einen anderen Charakter als der GC Budersand: auch schwierig, auch schön, aber nicht so spektakulär. Rund 600 Mitglieder und an die 15 000 Greenfeespieler jährlich zeigen, wie gut der Platz angenommen wird.
Auf der Nachbarinsel Föhr steht dem Golfspieler nur ein Platz zur Verfügung. Dafür ist der 1926 gegründete GC Föhr einer der schönsten des Landes. Am 18. Juli sind die neuen Bahnen eingeweiht worden. Christian Althaus vom Designbüro Städler ist ein Meisterstück gelungen: Auf nur 20 Hektar Land hat der passionierte Golfspieler die Löcher 19-27 mit den alten 18 verwoben und eine 27-Löcher-Anlage entstehen lassen, die Links-Stil mit Parklandschaft verbindet. Jedes Loch hat seine unverwechselbare Optik bekommen.
Informationen: Tourismusagentur Schleswig-Holstein; Info-Telefon: 01805/60 06 04 für 14 Cent/Minute
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