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Oberschwaben - Zwischen den Hügeln das Moor

Moorlandschaft
Natur von ihrer schönsten Seite - die Moorlandschaft in Oberschwaben ist noch intakt. (Bild: Bad Waldsee/dpa/tmn)

Von Bernd F. Meier, dpa

Bad Schussenried (dpa/tmn) - Oberschwaben steckt voller Naturwunder: Der Federsee ist das größte Moorgebiet in Südwestdeutschland und das Wurzacher Ried das größte intakte Hochmoor Mitteleuropas.


Die heilenden Kräfte der Moorerde werden in den Kurbädern der Region wie Bad Waldsee und Bad Wurzach genutzt. Kulturfreunde bereisen den Landstrich zwischen Ulm und Bodensee auf der Schwäbischen Barockstraße.


Der hölzerne Steg führ durch dichtes Schilf. «Schauen Sie mal genau hin: Vor uns fliegen die Brautmeisen auf, das sind ganz seltene Exemplare», ruft Kerstin Wernicke nach einem Blick durch ihr Fernglas. Die Expertin des NABU-Naturschutzzentrums Federsee führt rund ums Jahr Besucher durch das 33 Quadratkilometer große Moorgebiet. Regelmäßig geraten die Gäste bei den Touren ins Staunen: 266 Vogelarten wurden am Federsee bereits gezählt, darunter so seltene wie Fischadler, Seeadler, Rohrdommel, Eisvogel und Kornweihe.


Hochmoor bei Bad Wurzach
Führung durch das Hochmoor bei Bad Wurzach: Erklärt wird dabei auch, wie hier Torf abgebaut wurde. (Bild: Bad Wurzach/dpa/tmn)

«Der Federsee ist ein beliebter Rastplatz an der Nord-Süd-Vogelautobahn», sagt Wernicke. Er entstand aus dem Schmelzwasser der Eiszeit. Im Lauf der Jahrtausende bildete sich daraus das Moor. Bauern nutzten den Moortorf zum Heizen, und die Dampflokomotiven der «Schwäbschen Eisenbahn» kamen streckenweise erst mit dem Federsee-Torf so richtig ins Rollen. Diese Zeiten sind vorbei, seit das letzte Torfwerk seine Tore in den 60er Jahren geschlossen hat. Aus dem Federsee wurde eine Naturoase, deren geheimnisvolles Schilfland durch den Federseesteg erschlossen wird.


Die hölzerne Brücke führt Besucher von Bad Buchau aus über eineinhalb Kilometer bis zu Aussichtskanzeln an der offenen Wasserfläche. Wer Zeit mitbringt, wandert auf dem 16 Kilometer langen Rundweg am Rand des Schutzgebietes entlang. Unterwegs informieren 14 Stationen über die Geschichte des Sees, dessen Pflanzen und Vögel sowie die Bedeutung des Moores für das Ferienland Oberschwaben.


Im Wurzacher Ried leitet ein Bohlenpfad auf den Spuren der Torfstecher vorbei an Heidezonen und sumpfigen Kanälen zum Moorsee. Bis zu zehn Meter ist die Torfdecke des Rieds im Lauf der Jahrtausende angewachsen. Und sie wächst noch weiter - jedes Jahr um einen Millimeter. Längst ist das 16 Quadratkilometer große Wurzacher Ried ein Naturschutzgebiet.


Federsee
Lernen im Moor - Mitarbeiter des NABU-Naturschutzzentrums Federsee erklären, was dort kreucht und fleucht. (Bild: Nabu Federsee/Philipp Rottach/dpa/tmn)

Die Bäder Wurzach, Waldsee, Buchau und Schussenried ergänzen sich mit ihren umfangreichen Pauschalprogrammen von traditionellen Kuren, Fitnesschecks, modischen Wellnessferien sowie medizinischen Heil- und Reha-Behandlungen. Sie lassen sich leicht kombinieren mit reinen Erholungstagen und ausgedehnten Wanderungen.


Kulturtouristen bereisen die ländlich geprägte Region auf der 700 Kilometer langen Oberschwäbischen Barockstraße. Zu den Höhepunkten der Rundreise durch das sanfte Hügelland zählt die Basilika in Weingarten, die auch den Beinamen «Schwäbisches Sankt Peter» trägt. In Bad Schussenried lohnt der Abstecher zum Rokoko-Bibliothekssaal des Klosters, im benachbarten Steinhausen überrascht die barocke Wallfahrtskirche Sankt Peter und Paul.


Informationen: Oberschwaben-Tourismus, Klosterhof 1 88427 Bad Schussenried, Telefon: 07583/33 10 60

Teichrosenteppich
Teichrosenteppich auf dem Federsee - Das 33 Quadratkilometer große Moorgebiet ist ein wichtiges Biotop geworden. (Bild: Nabu Federsee/Jost Einstein/dpa/tmn)

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Moorgebiet

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