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Alpiner Partyspaß: Wie Sölden seine Skihelden feiert

Weltcups in Sölden
Die Weltcups in Sölden markieren im Oktober traditionell den Start der internationalen Skirennsaison. (Bild: E. Lorenzi/Ötztal Tourismus/dpa/tmn)

Von Claudia Bell, dpa

Sölden (dpa/tmn) - Im alpinen Ski-Weltcup ist es eine Tradition: Sölden im Ötztal steht im Rennkalender an erster Stelle - in diesem Jahr mit zwei Riesenslaloms am 25. und 26. Oktober.


Auch für Sölden als Urlaubsort beginnt damit wieder die Wintersaison, was sich im Ortsbild der Tiroler Gemeinde sofort bemerkbar macht: Grölend und grell geschminkt ziehen rund 1000 meist junge Menschen am Nachmittag in Fanclub-Formationen durch die Straßen. Sie klopfen auf Trommeln, bimmeln mit um den Hals gehängten Kuhglocken und feiern ihre Helden: Benjamin Raich, Hermann Maier, Bode Miller oder Kathrin Zettel.


Zum ersten Mal hatte das deutsche Fernsehen das «Seasons-Opening» im Herbst 2007 nicht live übertragen - ein herber Verlust für Sölden. «Die Hälfte unserer Gäste kommt aus Deutschland, das ist für uns der wichtigste Markt», sagt Tourismusdirektor Oliver Schwarz. Doch auch ohne Fernsehen kamen die Fans, um am Weltcup-Wochenende alles zu geben: als Zuschauer beim Rennen oben auf dem Rettenbach-Gletscher und anschließend mittendrin bei den Siegesfeiern im Dorf.


Skitouren
Unter Kennern hochgeschätzt: Die Region um Sölden und Obergurgl hat auch Skitourengehern einiges zu bieten. (Bild: Ritschel/Ötztal Tourismus/dpa/tmn)

Und feiern kann man in Sölden zweifellos - auf den Weg in den Ort machen sich viele Gäste vor allem deshalb, weil sie die große Party suchen. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass Österreich auch noch was anderes zu bieten hat außer Skipisten», sagt auch Josef Margreiter, der Geschäftsführer der Tirol Werbung. Er unterstützt die Wirte dabei, Sölden auch weiterhin als alpine Party-Hochburg zu vermarkten. Aus dem alten «Schlechtwetter-Getränkestand» an der Piste sind längst etliche Bars entstanden, fast jede zweite Kneipe ist zur Partymeile mit dröhnenden Bässen aus den Lautsprechern umfunktioniert. «Die Leute kommen schließlich nicht zum Schlafen hierher», so Margreiter.


Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da, auch wenn es vermehrt auch Beschwerden von Einheimischen gibt - und Sorgen, wohin das wohl alles noch führen mag. Schlägereien, gesperrte Straßen wegen vieler Glasscherben und Saufgelage unter Jugendlichen verbessern den guten Ruf nicht gerade. Von der einstigen Ruhe ist in Sölden heute nicht mehr viel zu spüren - der Skizirkus hat Einzug gehalten und mit ihm das durch Umsatzdenken motivierte und gesteuerte Ski-Business.


Trubel hin oder her: Söldens Skipisten gelten unter Kennern als besonders schön zu fahren. Zudem bieten sie Ausblicke auf ein Traumpanorama, etwa die Abfahrten von Dreitausendern wie dem Gaislach- und dem Tiefenbachkogel und der Schwarzen Schneid. Die Auslastung in der Hotellerie ist gut: Immerhin verzeichnen die Söldener Gastgeber jedes Jahr rund 2,1 Millionen Übernachtungen. Davon gehen 1,2 Millionen auf das Konto der deutschen Gäste.


Giggijoch
Partyspaß am Pistenrand: Wie hier am Giggijoch wird auch in Söldens Skigebiet gerne und kräftig gefeiert. (Bild: Ötztal Tourismus/dpa/tmn)

Damit die Gäste auch in schneearmen Wintern nicht ausbleiben, wird eine Menge Geld ausgegeben - alleine in die Beschneiungsanlagen hat die Gemeinde im vergangenen Jahr 25 Millionen Euro investiert. Auch in diesem Jahr ist im Budget wieder ein zweistelliger Millionenbetrag vorgesehen. Dazu kommen der ständige Ausbau der Lifte - schließlich möchten die Söldener noch viele Jahre lang ihrem Ruf gerecht werden, eines der schönsten Skigebiete der Alpen zu sein.


Weitere Bilder

Gaislachkogel


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