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Deutschland » Gesundheit auf Reisen

«Plusminus»: Schlaufengurte gefährden Kinder

Frankfurt/Köln/Braunschweig (dpa) - Deutsche Fluggesellschaften verwenden Recherchen des ARD-Magazins «Plusminus» zufolge seit kurzem Schlaufengurte für Kleinkinder und setzen sie damit einem Verletzungsrisiko aus.


Bei den sogenannten «Loop-Belts» handelt es sich um Verlängerungsgurte, die ursprünglich für korpulente Passagiere entwickelt wurden. Mit einer zusätzlichen Schlaufe wird das Kleinkind - wie bei einer ungleichen Acht - auf dem Schoß der mit einem Beckengut gesicherten Begleitperson fixiert.


Die EU hat diese Art Gurte Mitte Juli dieses Jahres europaweit für Kinder unter zwei Jahren vorgeschrieben. Wie das Luftfahrtbundesamt (LBA) in Braunschweig auf dpa-Anfrage erklärte, musste danach auch Deutschland die Gurte akzeptieren, obwohl diese hierzulande nie für Kinder zugelassen wurden. Inzwischen hätten die meisten Fluggesellschaften die «Loop-Belts» eingeführt. Vorher haben die Begleitpersonen meist ihre Kleinkinder auf dem Schoß festgehalten.


«Crashtests der ARD, des Schweizer Fernsehens und des TÜV Rheinland hatten aber bereits im Mai belegt, dass die Sicherung durch Schlaufengurte für Babys und Kleinkinder tödlich sein kann», berichtet «Plusminus». Der Anschnall-Gurt sei in der Fachwelt «höchst umstritten». Zu den möglichen Gefahren der Schlaufengurte sagte der Abteilungsleiter Betrieb beim LBA, Hans- Henning Mühlke, das weiche Becken des Kindes könne im Falle einer Notbremsung vom Druck des Gurtes zerquetscht werden. Allerdings verhindere dieser auch, dass das Kind beim Absacken der Maschine in einem Luftloch nach oben geschleudert werde.


Beides käme jedoch äußerst selten vor: «Man kann die Situation im Flugzeug nicht mit der im Auto vergleichen, wo es an jeder Kreuzung möglich ist, dass man eine Vollbremsung machen muss». Auch in Bussen und Bahnen seien Kleinkinder nicht speziell gesichert. Eine Alternative zu Schoßkindverfahren und Schlaufengurt seien spezielle Kindersitze für das Flugzeug. «Wir würden uns freuen, wenn die Luftfahrtindustrie eigene Kinderrückhaltesysteme entwickeln würde», sagte Mühlke.



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