Erste Fußwallfahrten: Die Pilgersaison beginnt Renaissance der Pilgerzüge: Wallfahrer gehen in Regensburg an der «Papstwiese» vorbei. (Bild: dpa) Von Nikolaus Dominik, dpa Marktoberdorf (dpa) - Christi Himmelfahrt ist im katholischen Bayern ein erster Höhepunkt der beginnenden Wallfahrtsaison. Ein besonderes Erlebnis ist die traditionelle Fußwallfahrt der Ostallgäuer Schwaben zur berühmten Wieskirche.
Schon um drei Uhr in der Früh brechen die Gläubigen in Marktoberdorf auf, um nach gut 30 Kilometern Fußmarsch gegen Mittag bei der Wieskirche anzukommen. Die Wallfahrt durch Felder und Wiesen dauert rund acht Stunden und ist für viele Gläubige ein besonderes Erlebnis.
«Jede Wallfahrt soll Ausdruck der Sehnsucht nach der mütterlichen Nähe sein», beschreibt Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp von Maria Vesperbild die Volksfrömmigkeit. In diesem Jahr feiert die katholische Kirche bei den zahlreichen Wallfahrten die Erscheinung der Mutter Gottes in Lourdes vor 150 Jahren. Der Ort in Frankreich ist weltweit für die Katholiken einer der größten Verehrungsstätten der Gottesmutter. Auch in bayerischen Wallfahrtskirchen stehen viele der Erscheinung in Lourdes nachempfundenen Madonnenstatuen.
Bayerns berühmtester Wallfahrtsort ist Altötting mit seiner schwarzen Madonna und den vielen Votivtafeln. Die Wallfahrten sind seit der Barockzeit als Marienverehrung im katholischen Bayern verankert. Im Hochmittelalter hatten sie sich zunächst auf Pilgerzüge zu den Heiligen-Schreinen, den Reliquien, beschränkt. So führten Prozessionen zum Heiligen Wolfgang nach Regensburg, zum Heiligen Korbinian nach Freising, zum Heiligen Ulrich nach Augsburg und zur Heiligen Kunigunde nach Bamberg. In der Barockzeit trat die Marienverehrung in den Vordergrund und ist es bis heute geblieben. Jetzt wurden Altötting, Maria Eck im Landkreis Traunstein, die Marienkapelle am Hohen Peißenberg, Maria Vesperbild in West-Schwaben und Andechs am Ammersee zu den Zentren der Marien-Wallfahrten.
Prälat Imkamp stellt bereits seit Jahren eine Renaissance der Wallfahrten fest. Selbst junge Menschen nehmen wieder an den Pilgerzügen teil. Wallfahrten seien ein besonderes Gemeinschafts- und Glaubenserlebnis. «Die Volksfrömmigkeit lebt, und wie», sagt Imkamp. Lichterprozessionen, Wettersegen und sogar Fahrzeugsegnungen gehörten zu dieser neu erwachten Frömmigkeit. Zu ihr gehört für Imkamp aber auch ein «hocheffizientes Wallfahrtsmanagement», was sich in Maria Vesperbild dadurch zeigt, dass Gottesdienste wie Fußballspiele auf Leinwänden außerhalb der Kirche übertragen werden. Und natürlich gehören zu vielen «Bergfesten» bei den Wallfahrtskirchen Bierzelte und Würstlbuden dazu.
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