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Brasilien » Reiseberichte

Eine Stadttour durch das andere Rio

«Willkommen in Rocinha»
Herzlicher Empfang: Gewalt und Kriminalität sind nur eine Seite der Armensiedlungen Rios. (Bild: Reuter/dpa/tmn)

Von Helmut Reuter, dpa

Rio de Janeiro (dpa/tmn) - Seit dem Film «City of God» kennt die Welt die Favelas, Rios Armenviertel mit Gewalt und Kriminalität. Auf Stadtführungen versuchen Bewohner, das negative Bild zu korrigieren. Touristen müssen keine Angst haben - wenn sie keine Fotos schießen.


Sie gehören zu Rio de Janeiro wie der Zuckerhut, die Copacabana und die Christus-Erlöser-Statue hoch oben auf dem Corcovado-Berg: die Favelas. Hunderte dieser Armensiedlungen gibt es in Rio. Sie stehen im Ruf, Horte der Gewalt und Heimat der Drogenbosse zu sein, und das ist auch ein Teil der Wahrheit. Aber eben nur ein Teil. Wem Klischees nicht reichen, wer mehr erfahren will über Favelas, Rio und vielleicht über Brasilien, der sollte nicht nur Rios Glitzerviertel Ipanema und Leblon besuchen, sondern auch Rocinha, die vermutlich größte Favela Südamerikas.


«Willkommen in meinem Zuhause», sagt Carlos, als der Touristenbus in Rocinha einfährt. Die Fahrt geht bergauf und durch enge Kurven. Immer wieder rumst das Fahrzeug in tiefe Schlaglöcher. Carlos wurde in Rocinha geboren und wohnt hier immer noch mit seinen Kindern. Er lebt gerne in Rocinha. «Ich will Mythen zerstören», sagt der 46-Jährige.


Eine Stadttour durch das andere Rio
Ein Meer aus Backstein: Touristen wären ohne Führer in dem Labyrinth der Favelas verloren. (Bild: Reuter/dpa/tmn)

Erster Halt: «Estrada da Gávea». Ein Blick hinunter ins satte dichte Grün, zu den Resten des Atlantischen Regenwaldes. Dahinter schimmert azurblau der Atlantik. Rocinha ist berühmt für seinen atemberaubenden Ausblick, immerhin.


«Keine Leute fotografieren», ist eine der wenigen Regeln auf der Tour. «Amigos dos Amigos» heißt die Drogengang, die in Rocinha das Sagen hat, und die Freunde schätzen es nicht, abgelichtet zu werden.


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