Belgien » ReiseberichteSchmale Stege ins Hohe Venn: Wandern in der Wallonie Bequeme Routenführung: Im Polleur-Venn wandern Besucher auf schmalen Holzstegen durch feuchtes Grünland. (Bild: Meier/dpa/tmn) Von Bernd F. Meier, dpa Sourbrodt (dpa/tmn) - Schaurig ist es im Moor - aber auch schön. Im Hohen Venn in Belgien wandert man durch eine urwüchsige Landschaft, sieht seltene Pflanzen und Vögel. Dass sie das Schicksal früherer Verirrter teilen, müssen Wanderer aber nicht mehr fürchten.
Steil windet sich der Pfad am Bach Trôs Marets entlang. Durch die enge Schlucht steigen die Wanderer oberhalb von Malmedy hinauf. An manchen Stellen ist der Weg durch Stahlseile gesichert. Mehr als 200 Höhenmeter muss die kleine Wandergruppe zwischen den Felsen hinaufsteigen, bis sie das bucklige Plateau des Hohen Venns erreicht. Still ist es hier oben, auf mehr als 500 Höhenmetern.
Die neun Kilometer lange Rundstrecke vom Gasthof «Ferme Libert» aus ist nur einer von vielen Wanderwegen im Hohen Venn. Die urwüchsige Landschaft breitet sich auf einer Fläche von 45 Quadratkilometern zwischen den belgischen Städten Eupen und Malmedy und dem deutschen Monschau aus. Das Naturgebiet ist seit 1975 in mehrere Schutzzonen aufgeteilt. Einige Bereiche des Hochmoores sind als «Schutzzone D» auf großen Warntafeln gekennzeichnet. Hier ist das Moorland für Menschen tabu.
 Hinauf ins Hohe Venn: Durch die Schlucht des Bachs Trôs Marets geht es für die Wanderer bergan. (Bild: Meier/dpa/tmn) «Gar schaurig ist's durchs Moor zu gehen», befand die westfälische Dichterin Annette von Droste-Hülshoff im 19. Jahrhundert. Derselbe Eindruck beschleicht auch heute noch den Wanderer im Hohen Venn. Das Wetter kann in dem Hochmoor plötzlich umschlagen. Wo vor wenigen Stunden noch die Sonne schien, wabern plötzlich Nebel und Wolkenschleier und schaffen eine geheimnisvolle Stimmung.
Die «Baraque Michel» aus dem 19. Jahrhundert zwischen Eupen und dem Dörfchen Sourbrodt ist Startpunkt für viele Touren. Eine abwechslungsreiche Rundstrecke führt über 16 Kilometer sowohl ins Wallonische Venn als auch ins Polleur-Venn. Die Wanderer gehen vier bis fünf Stunden lang über schmale Holzstege durch feuchtes Grünland am Polleurbach.
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