Crashkurs für Golfanfänger: Platzreife in einer Woche Er sieht gar nicht so klein aus - den Golfball sofort zu treffen, ist für Anfänger aber keine leichte Übung. (Bild: VCG/dpa/tmn) Von Bernhard Krieger, dpa Faro (dpa/tmn) - Golfen lernen in einer Woche? Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Aber es gibt solche Kurse, in denen selbst blutige Anfänger es probieren können. In Quinta da Ria an der Algarve zum Beispiel üben sie den Abschlag zwischen Palmen und unter blauem Himmel.
«Das schafft ihr nie!» Die wenig ermunternden Kommentare der Kollegen klingen uns immer noch in den Ohren, als wir in Faro aus dem Flugzeug steigen. Da sind wir also, in Europas Golf-Paradies an der Algarve - einem idealen Ort für unseren Selbstversuch. In Portugals Süden wollen wir es wissen: Kann man in nur einer Woche Golfen lernen?
Im «Robinson Club Quinta da Ria» behaupten sie «Ja!» und schicken mich zusammen mit vier weiteren Golfnovizen in den «Platzreifekurs» zu Steffen Zunker, Turnierspieler mit Profi-Tour-Erfahrung und passionierter «Pro», wie die Golflehrer genannt werden. Anfänger in nicht mal 15 Unterrichtsstunden in Golfer zu verwandeln, scheint für den 36-Jährigen offenbar ein Leichtes. Entspannt erzählt er, seine Erfolgsquote liege bei 85 Prozent.
 Steffen Zunker nimmt sich Zeit für seine Schüler: Sein Ehrgeiz ist es, "blutige Anfänger" in nicht einmal 15 Unterrichtsstunden zu Golfern zu machen. (Bild: Krieger/dpa/tmn) Allerdings stehen wir bei den ersten Putt-Versuchen ganz schön verkrampft da. Steffen zeigt, wie man den Griff hält, zielt und den Schläger sanft wie eine Pendeluhr schwingt. So soll der Ball über den kurz geschorenen Rasen - das «Green» - ins Loch rollen. Was aus wenigen Zentimetern ein Kinderspiel ist, erscheint aus größerer Distanz unmöglich. Am zweiten Übungstag wird unsere Trefferquote aber bereits höher, beim Putten genauso wie bei den gefürchteten Schlägen aus dem Sandbunker. Damit sind wir bereit für die längeren Schläge.
Spielerisch-elegant zeigt uns Steffen auf der «Driving Range» perfekte Abschläge. Manche Bälle von uns aber kullern nur ein paar Meter, einer trifft nicht einmal den Ball, und meine Abschläge landen überall - nur nicht in der Nähe des Ziels. Steffen motiviert, korrigiert und kontrolliert immer wieder unsere Griffhaltung. Der richtige Griff sei das A und O beim Golfen. Tatsächlich klappt es schon am dritten Tag immer besser, nachdem wir eine Grundregel kapiert haben: «Weniger ist mehr!» Fürs Golfen benötigt man kaum Kraft, auf den harmonischen Schwung kommt es.
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