Peru » TraumzieleMumien und Grabräuber: Die Geheimnisse in Nord-Peru Kein Massenbetrieb wie in Machu Picchu: In der Ruinenstadt Kuélap im Norden Perus treffen Besucher meist nur wenige andere Touristen. (Bild: dpa/tmn) Von Georg Alexander, dpa Trujillo (dpa/tmn) - Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben: Dieser Satz von Michail Gorbatschows könnte auch von einem peruanischen Archäologen stammen. Denn im Norden Perus kommen die Archäologen fast immer zu spät.
Grabräuber, sogenannte Huaqueros, sind meist schneller als die Wissenschaftler, wenn es gilt, eine neu entdeckte archäologische Fundstätte zu sichern und zu erforschen. Für Touristen lohnt sich ein Besuch der zahlreichen Stätten aber dennoch.
Nord-Peru ist reich an Bodenschätzen der besonderen Art: 1000 Jahre alter Goldschmuck, vergrabene Mumien, Grabbeigaben aus Keramik und Edelmetall. Lange vor den Inka schufen die Hochkulturen der Moche, Chimu und Lambayeque hier riesige Stadtanlagen - und das lockt neben den Archäologen auch die Grabräuber an. Indiana Jones hätte in der Gegend zwischen Trujillo, Chiclayo und Chachapoyas seine Freude.
 Den Herrscher von Sipàn samt Gefolge bekommen Touristen in Nord-Peru als Nachbildung zu sehen. (Bild: Anibal Solimano/PromPeru/dpa/tmn) 2006 hatte allerdings der Archäologe Regulo Franco die Nase vorn: In der Lehmpyramide El Brujo nördlich von Trujillo entdeckte er die mit Schlangen und Spinnen tätowierte Mumie der Fürstin von Cao - die zweite archäologische Sensation in Südamerika, nachdem 1986 bereits der Herrscher von Sipán in einem Wettlauf mit den Huaqueros geborgen wurde. «Die Fürstin von Cao ist sehr jung gestorben. Wir nehmen an, kurz nach der Geburt eines Kindes», sagt Denis Vargas. Er gehört zu den Archäologen, die in El Brujo die prachtvollen Fresken freilegen.
Für Historiker war es eine überraschende Erkenntnis, dass sich das Kriegervolk der Moche von einer Frau regieren ließ. Regulo Franco nennt die Fürstin von Cao deshalb «die Kleopatra Südamerikas». Sie starb vor etwa 1700 Jahren. Nun beginnt sie ein neues Leben als Touristenattraktion. Ende April 2009 eröffnete in El Brujo das modern gestaltete und schwer bewachte Cao Museum, in dem neben der Mumie auch viele der gefundenen Keramiken und Schmuckstücke zu sehen sind.
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Infos Perus Norden Reiseziel: Peru ist das drittgrößte Land Südamerikas. An der Nordküste entwickelt sich der Tourismus allerdings erst langsam. Anreise und Formalitäten: Die südamerikanische LAN und die Iberia fliegen täglich von Frankfurt/Main über Madrid nach Lima. Von Perus Hauptstadt aus bestehen täglich mehrere Verbindungen mit der LAN nach Trujillo oder Chiclayo im Norden. Für die Einreise benötigen Deutsche einen Reispass, der noch mindestens sechs Monate gültig sein muss. Klima und Reisezeit: Beste Reisezeit für die Küste sind die Monate November bis März mit Temperaturen zwischen 22 und 32 Grad. Gesundheit: Impfschutz gegen Tetanus, Polio und Hepatitis sollte vorhanden sein. Wichtig ist es, kein Leitungswasser zu trinken. Vorsicht ist bei ungeschälten und ungekochten Speisen geboten. Sprache: Spanisch. Geld: Ein Euro sind 4,35 peruanische Sol (Stand: 10/09). Weitere Auskünfte: Peru unterhält in Deutschland kein Tourismusamt. Auskünfte gibt es onlin. Peruanische Botschaft in Berlin, Telefon: 030/206 41 03
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