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TravelingWorld » Reisenews » Reisetipps » Charmantes Gassenwirrwarr am Mittelmeer: Algiers Altstadt

Algerien » Reisetipps

Charmantes Gassenwirrwarr am Mittelmeer: Algiers Altstadt

Kasbah von Algier
Viel Platz zum Fußballspielen bietet Algiers Altstadt nicht überall - die Gassen der Kasbah sind zumeist eng und steil. (Bild: Koltermann/dpa/tmn)

Von Ulrike Koltermann, dpa

Algier (dpa/tmn) - Die Gassen sind eng, steil - und voller Leben. Die Kasbah, Algiers Altstadt, hat ihren eigenen Charme und gehört nicht umsonst zum Weltkulturerbe. Die Stadt ist bislang weitgehend vom Tourismus verschont geblieben und gerade deswegen eine Reise wert.


Wenn in den Gassen der Altstadt der Ruf des Muezzins erklingt, strömen Hunderte Gläubige zur Ketchoua-Moschee in Algier. Auf dem Vorplatz verkaufen Händler Mandarinen, frische Baguettes und Winterjacken. Alte Männer sitzen auf den Stufen vor der mit türkisen Kacheln dekorierten Fassade. Zwei Sandstein-Minarette mit umlaufenden Balkonen und kleinen Kuppeln schließen die Fassade ein, eine typische nordafrikanische Moschee im maurischen Stil. Auf der Rückseite überrascht ein ungewöhnlicher Anblick: Dort trägt die Moschee einen weiteren Turm, in dem eine mächtige Kirchenglocke hängt, ein Überbleibsel der französischen Kolonialvergangenheit.


Die Kasbah, die Altstadt von Algier, besteht aus neben- und übereinander gewürfelten Häusern, die an dem steilen Hügel am Mittelmeer zu kleben scheinen. Manche Gassen sind so eng, dass man mit ausgestreckten Armen an beiden Seiten die Hauswände berührt. Oft sind die Gassen so steil, dass man sie gleich in Stufen angelegt hat.


Algiers Kasbah ist eine der charmantesten Altstädte am Mittelmeer. Auf Grund des langen Bürgerkriegs blieb sie vom Tourismus weitgehend verschont. Der Krieg ist längst vorbei, und auch wenn es - wie in anderen arabischen Ländern - muslimische Extremisten gibt, kommen wieder mehr ausländische Besucher nach Algerien. Die Bewohner der Kasbah reagieren ausgesprochen freundlich auf Gäste, von aufdringlichen Touristenführern oder Souvenirverkäufern keine Spur.


Dass die Unesco den chaotisch besiedelten Hügel ins Weltkulturerbe aufgenommen hat, liegt auch an der Architektur der Häuser. Sie sind so gebaut, dass die im Sommer unerträgliche Sonne sie nicht unnötig aufheizt. Die Mauern haben nur winzige Fenster und die weißgekalkten Fassaden oft Vorbauten, die durch schräggestellter Holzbalken abgestützt werden. Aus der Ferne sehen sie wie überdimensionierte Kämme aus. Viele Eingänge sind mit buntgemusterten Kacheln dekoriert.


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